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Ablehnung der Atombombe wenig überraschend

 

Vor wenigen Wochen erschien die zweite, überarbeitete Auflage des Buches „Leben mit der Bombe“ über Atomwaffen in Deutschland, geschrieben vom langjährigen ARD-Korrespondent Werner Sonne. Der Autor bietet in dem Buch nicht nur einen historischen Abriss der deutschen Atomgeschichte, sondern auch politische Positionen von im Bundestag vertretenen Parteien. Für die Linke hatte sich, wie schon in der ersten Auflage, Stefan Liebich geäußert. Seine Aussagen wurden wie folgt veröffentlicht und vom Autor eingeordnet:

„Wenn es einen gemeinsamen Nenner in der deutschen Politik über die Parteigrenzen hinaus gibt, dann ist es die Ablehnung einer deutschen Atombombe. Da sind sich sogar die Linke und die AfD einig.* Stefan Liebich, außenpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion: ‚Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung. Wir lehnen das ab.‘“

* Die kompletten Stellungnahmen aller im deutschen Bundestag vertretenden Parteien, die der Autor für dieses Buch eingeholt hat und aus denen in den folgenden Kapiteln zitiert wird, sind veröffentlicht unter: https://doi.org/10.1007/978-3-658-28374-2_1.

(…)

„Dass Grüne und Linke sich völlig gegen einen neuen Atombomber aussprachen, war keine Überraschung (Grünen-Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger: ‚Wir wollen die nukleare Teilhabe beenden und lehnen daher auch die Beschaffung neuer Trägersysteme für diesen Zweck ab.‘; Linken-Außenpolitiker Stefan Liebich: ‚Nein, da wir Atomwaffen grundsätzlich ablehnen, präferieren wir auch keine Trägersysteme‘). Überraschender dagegen die übrigen Oppositionsstimmen, die sich auf die Seite der F-35-Befürworter schlugen, …“

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„Wie von Anfang an hält die Linke an ihrer Position fest, dass die amerikanischen Atombomben aus Deutschland verschwinden sollen. Ihr außenpolitischer Sprecher Stefan Liebich vertritt das mit Nachdruck: ‚Wir sind weiterhin für den umgehenden und ersatzlosen Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland.‘ Die Linke ist auch insgesamt dafür, den nuklearen Schutzschirm der Amerikaner für Deutschland aufzugeben. Liebich betont: ‚Ja, das wäre der Einstieg in eine Debatte mit dem Ziel, einen völkerrechtlich bindenden Vertrag zu erreichen, der Atomwaffen weltweit ächtet und ihren Besitz und Einsatz verbietet. Bisher wird das leider von Russland, USA, Frankreich, Großbritannien abgelehnt und Deutschland unterstützt diese Position. Das muss sich ändern.‘ Festhalten am Status quo, keine Experimente – das ist im Augenblick im deutschen Bundestag die Mehrheitsmeinung. Wie sich das entwickeln würde, wenn es zu Neuwahlen käme, ist allerdings offen.

Aus: „Leben mit der Bombe“, Werner Sonne, Zweite Auflage, Springer-Fachmedien GmbH Wiesbaden