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Hartmut Seefeld

Mit Waffeln in den Widerstand

Bunt, laut, friedlich

Auch knapp zehn Jahre nach dem Abschluss der ersten großen Sanierungswellen ist der Prenzlauer Berg ein Brennpunkt der Gentrifizierung geblieben. Neuestes Beispiel ist die Husemannstraße 12 nahe dem Kollwitzplatz. Im Sommer dieses Jahres erwarb ein Investor mit problematischem Ruf die Immobilie und will das Mietshaus in Eigentumswohnungen umwandeln. Die beiden Gewerbeobjekte, eine Kita und ein Seniorentreff, wurden bereits mit heftigen Mieterhöhungen konfrontiert.

Wieder einmal müssen Familien um ihr langjähriges Zuhause fürchten. Und das obwohl die Husemannstraße in einem Milieuschutzgebiet liegt, dass eigentlich Sicherheit für die Menschen verheißen soll. Doch der das alles regelnde Paragraf 172 im Baugesetzbuch lässt windigen Investoren gewaltige Schlupflöcher.

Dagegen begehrt man nun in der Huse 12 auf. Am Sonntag fand ein starkes und aufsehenerregendes Happening statt. Leckere Waffeln und Rammsteins „Sonne“, gespielt von der hauseigenen Band, ließen begeisterte Passanten innehalten. Aufmerksamkeit zu generieren ist ihre einzige Chance im Kampf um ihre Wohnung, ihre langjährigen Nachbarn und ihr gewohntes Umfeld.

Es ist nur ein Beispiel dafür, dass das bundesdeutsche Mietrecht endlich grundlegend überarbeitet werden muss – und dass es mit dieser Koalition im Bund nichts wird.