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Hartmut Seefeld

Es geht um Hilfe

Bahnhof Pankow kein Hotspot für obdachlose Menschen

Bahnhof Pankow

In der vergangenen Woche traf sich im Franziskanerkloster an der Wollankstraße zum zweiten Mal ein Runder Tisch, um über die Situation von Obdachlosen am S- und U-Bahnhof Pankow und dem vorgelagerten Garbatyplatz zu beraten. Moderiert von den beiden Mitgliedern des Abgeordnetenhauses Andreas Otto (Grüne) und Stephan Lenz (CDU) und bei Teilnahme von Mitarbeitern der Pankower Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich und Stefan Gelbhaar entspann sich ein sehr informativer Austausch mit Vertretern der beiden Verkehrsunternehmen, Gewerbetreibenden, der Polizei und Sozialarbeitern.

Am Garbatyplatz

Dana Saky von Horizonte, einer vom Bezirksamt Pankow beauftragten Einrichtung für aufsuchende Straßensozialarbeit, berichtet von drei unterschiedlichen Gruppierungen, die den Bahnhof als Anlaufpunkt haben: vorwiegend rumänische Staatsbürger, die hier regelmäßig auf Ansprache für Jobs hoffen, Kleingruppen mal nationaler, mal internationaler Zusammensetzung, die sporadisch vor Ort anzutreffen sind, sowie in den späteren Abendstunden Jugendliche beim „Vorglühen“ mit zum Teil hohem Aggressionspotenzial. Horizonte zählte bis zu 45 Obdachlose. Die Situation insgesamt, so der allgemeine Tenor am Tisch, habe sich über den Sommer verbessert. Das bestätigten auch die beiden Sicherheitsbeauftragten der betroffenen Verkehrsunternehmen und der Polizeibeamte vom Abschnitt 13.

Klar ist auch, dass es in der Debatte um Hilfsangebote und eben nicht um Verdrängungsszenarien ginge. Zur menschenwürdigen Entspannung der Situation soll nun eine mobile Toilette aufgestellt werden um der Verschmutzung durch Urin etc. im Bahnhofsumfeld entgegenzuwirken. Außerdem soll geprüft werden ob obdachlose EU-Bürger, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben (außer in der Kältehilfe), mit niedrigschwelligen Unterkunftsangeboten auch im Sommer geholfen werden kann. Außerdem wird durch die Straßensozialarbeiter ein Flyer in rumänischer, englischer, arabischer und deutscher Sprache mit Beratungsangeboten verteilt. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr will man sich wieder treffen.