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Stefan Liebich

Kippa ist kein Problem

Brasilien (V)

Beim Goethe-Institut in Sao Paulo

Am Abend meines vorletzten Tages in Brasilien trafen wir Kulturschaffende. Deren Positionierung gegenüber der neuen Regierung war deutlich: Bolsonaro betreibe Demokratieabbau und im vorauseilenden Gehorsam fände bereits Selbstzensur statt.

Am heutigen letzten Tag besuchten wir das Goethe-Institut, dessen erste Aufgabe nach seiner Satzung die Förderung der deutschen Sprache ist. Gerade finden Kurse für gut ausgebildete Pflegekräfte statt, die nach ihrem Deutschkurs einen Job in Schwerin antreten wollen. In Brasilien finden Sie keine Arbeit, in Deutschland fehlen sie bekanntlich. Dem AfD-Abgeordneten fiel nichts Besseres ein, als erst einmal nach der Befristung zu fragen. Nein, es ginge darum, dass sie und ihre Familien dauerhaft kämen, lautete die Antwort. Richtig so.

Abschlussfoto der Delegation an der sanierten Synagoge

Abschließend besuchten wir, als erste überhaupt, eine auch mit deutscher Unterstützung renovierte Synagoge und trafen Vertreter der Jüdischen Gemeinde Brasiliens. Rabbi Schlesinger sagte mir, dass er hier überall ungefährdet seine Kippa tragen würde, etwas was man von Deutschland leider nicht mehr behaupten kann.

Er war der nachdenklich machende Abschluss einer unglaublich informativen Reise.