Menü X
Stefan Liebich

Ort der freien Rede

Brasilienreise (II)

Schwer verdauliche Kost im Institut für Religionsstudien

Bevor wir am Dienstag in die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia, Salvador, weitergereist sind, haben wir in Rio de Janeiro noch dem Institut für Religionsstudien einen Besuch abgestattet. Wir wollten uns dort über die Rolle der Evangelikalen im Land nach dem Machtantritt von Präsident Bolsonaro informieren. Wie sich, wenig überraschend, herausstellte, ist ihre Rolle beträchtlich. Die auch daraus resultierende homophobe und erzkonservative Politik wird zunehmend zu einer Gefahr für das Land.

Als Abgeordneter mit Alleinstellungsmerkmal

Vor diesem Hintergrund ist ein Besuch im Bundesstaat Bahia schon wieder etwas ganz Besonderes. Hier regiert die Partido dos Trabalhadores (PT), die Arbeiterpartei Brasiliens. Erstmals ist hier eine Afrobrasilianerin zur Ministerin ernannt worden, was als wichtiges Signal in Brasilen verstanden wird.

Eine Bahia-Frau bereitet Acarajé zu

Auch in Salvador haben wir die Dependance des Goethe-Instituts besucht. Leiter Manfred Stoffl berichtet von dem guten Ruf der Einrichtung, war sie doch auch in Jahren der Militärdiktatur in den 60er bis 80er Jahren der Ort, wo man noch frei reden konnte. Heute kooperiert das Institut auch mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, derzeit zum Beispiel beim Sponsoring für das Theaterstück „Rosa“, das in Berlin im „Theater umterm Dach“ in Prenzlauer Berg 2017 Premiere feierte.

Am Abend besuchten wir ein Kulturzentrum für die indigenen Völker. Neben sehr aufschlussreichen Gesprächen, bekamen wir auch ein sehr schmackhaftes Essen serviert. Das von den Bahia-Frauen zubereitete Acarajé, Teigbällchen aus zerstoßenen Bohnen, Nüssen und Krabben, war sehr lecker.

Am folgenden Tag führt uns die Reise nach Sao Paulo.