Menü X
Stefan Liebich

Lernen hinter Panzerglas

Brasilienreise (I)

Guten Morgen, Rio

Seit Montag bin ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik beim Auswärtigen Ausschuss in Brasilien. Unsere erste Station ist die Deutsche Schule in der Millionenstadt Rio de Janeiro. Sie grenzt unmittelbar an eines der Armenviertel der Stadt, einer sogenannten Favela, und wird durch hohe Mauern und schusssicheres Glas geschützt. Ein Umstand, der mich tief betroffen macht. In der Schule haben die Lernenden den Kampf für gleiche Rechte und Demokratie auf Tafeln versinnbildlicht, was insbesondere auch nach der Wahl des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro keine Selbstverständlichkeit ist. Der Rechtsaußen polarisiert das Land wie schon lange keiner mehr. Alles, was ihm nicht passt, bekommt das Etikett „kommunistisch“ oder „links“ aufgedrückt. Er hat einen Kampf gegen die Kultur und gegen die Geisteswissenschaften begonnen, der fassungslos macht.

In der Deutschen Schule

In Brasilien leben über 120.000 Jüdinnen und Juden, das Land zählt zu den zehn größten jüdischen Gemeinden in der Welt. 2017 wurde beschlossen, auch in Rio de Janeiro ein Holocaust-Mahnmal zu errichten. Wir haben den Ort besucht.

Fassade des Nationalmuseums

Vor einem halben Jahr, Anfang September 2018, vernichtete ein verheerendes Feuer im Nationalmuseum über 20 Millionen Exponate, unter ihnen zahlreiche Objekte von unschätzbaren Wert. Auslöser des Brandes war ein Kurzschluss. Der Direktor des Hauses ersucht in aller Welt Unterstützung für den Wiederaufbau des Hauses. Auch Deutschland wird diese leisten, das steht fest.

Neu geplant ist auch ein gemeinsamer Standort des Goethe-Instituts und des Instituts Français in Rio. Die Zusammenführung ist ein Ergebnis des Aachener Vertrags.

Heute reisen wir weiter in die Hafenstadt Salvador.