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Stefan Liebich

Ohne Demokratie kein Sozialismus

Am Grab von Peter Fechner in Berlin Weißensee

Bis 1961 hatten schon Millionen Männer und Frauen die DDR verlassen: aus politischen Gründen, aus persönlichen, aus wirtschaftlichen. Diesen Flüchtlingsstrom stoppte die Mauer mit brutaler Gewalt. Die Berliner Mauer hat unzähligen Frauen und Männern Leid gebracht. Eltern und Kinder, Familien und Freunde wurden auseinandergerissen. Am 13. August gedenken wir vor allem derjenigen, die an der Mauer und an der Grenze zwischen den Blöcken des Kalten Krieges getötet oder verwundet wurden. Der Berliner Peter Fechter ist einer von ihnen. Vor 57 Jahren wagte er die Flucht. Der Versuch endete tödlich, der 18-Jährige starb qualvoll an seinen Schussverletzungen am 17. August 1962, nachdem er im Grenzstreifen verwundet noch lange um Hilfe gerufen hatte. Wir dürfen das Leid, die Unfreiheit und ideologische Borniertheit nicht vergessen. Ein Sozialismusversuch, der nicht von der großen Mehrheit des Volkes demokratisch gestaltet, sondern von einer Staats- und Parteiführung autoritär gesteuert wird, muss früher oder später scheitern. Ohne Demokratie kein Sozialismus. Die Erinnerung an den Bau der Berliner Mauer schärft unseren Sinn für den Wert von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat.

Heute habe ich Peter Fechter und der anderen Opfer der deutschen Teilung gedacht.