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Hartmut Seefeld

Auf hoher See, auf neuem Kurs

Aufmerksame Zuhörer beim Mietendialog

Es waren immer wieder auch maritime Bilder, die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher wenige Tage vor ihrem wohlverdienten Urlaub bemühte, als sie kürzlich als Stefans Gast in seiner Veranstaltungsreihe Brot, Pop & Politik ihre zum Teil spektakulären Maßnahmen in der Mietenpolitik Berlins vorstellte und erklärte. Knapp 50 Leute kamen am 10. Juli in die Kulturkantine auf dem Gewerbehof Königstadt, einem ehemaligen Brauereigelände in Prenzlauer Berg, um die unter dem Motto „Bauen. Kaufen. Deckeln.“ subsumierte Senatspolitik zu erfahren und zu hinterfragen.

Zum Auftakt präsentierte Stefan den Film „Die Stadt als Beute“ des Berliner Regisseurs und Produzenten Andreas Wilcke. Aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln widerspiegelt dieser den von Gentrifizierung und Mietpreistreiberei geprägten Wohnungsmarkt der Hauptstadt.

Katrin Lompscher nahm in der anschließenden Debatte immer auch wieder Bezug auf Szenen aus dem Film.

Auch wenn, wie die Boulevardzeitung BZ kürzlich titelte, in Berlin 2018 so viele Wohnungen gebaut wurden, wie seit 20 Jahren nicht mehr, so zeichnet sich längst ab, dass bauen, bauen, bauen, wie es noch im Januar dieses Jahres die Berliner SPD-Fraktion auf ihrer Klausurtagung propagierte, nicht als Allheilmittel funktioniert. Um die Mietpreisentwicklung spürbar zu dämpfen ist es ebenso wichtig, Wohnungen wieder verstärkt zu kommunalisieren und eben auch eine Mietpreisobergrenze einzuführen, vielfach als „deckeln“ beschrieben.

Ähnliches gab es  in der Vergangenheit schon. Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Wohnraum besonders knapp war, wurden sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik (bis in die 1960er Jahre hinein) die Mieten gedeckelt.

Die Stadtentwicklungssenatorin weiß auch insbesondere um die juristischen Herausforderungen. Man sei halt auf hoher See und zugleich auf neuem Kurs. Das Publikum an diesem Abend leistete keinen Widerspruch.

P.S. Wer sich noch einmal das ganze Gespräch anschauen möchte, kann es hier tun. Die Videoqualität schwankt leider stark, doch die Qualität der Senatorin bleibt durchgehend sehr gut!