Menü X

Neue Hoffnung auf Rot-Rot-Grün

Der Berliner Linken-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich hatte kräftig Werbung gemacht für das Treffen der SPD-Denkfabrik. In Prenzlauer Berg traf sich am Mittwoch vergangener Woche dieser Zirkel der SPD-Bundestagsfraktion zum Sommerfest, gemeinsam mit Mitstreitern aus Grünen und Linkspartei. Schon seit 15 Jahren kämpft der Zirkel für eine rot-rot-grüne Annäherung. In diesem Jahr waren mit Rolf Mützenich (SPD), Anton Hofreiter (Grüne) und Dietmar Bartsch (Linke) drei Fraktionschefs vertreten.

(…)

Liebich ist nach dem Treffen deutlich entspannter als noch vor Monaten, was die Chancen für r2g angeht, wie der Code für diese Konstellation heißt. Rot-Rot-Grün sei in der SPD „vollkommen enttabuisiert“, sagt er – und als Option beliebter als die Fortsetzung der Groko oder eine Ampel-Regierung. „Es gibt in der SPD eine ganz andere Stimmung, auch wenn das noch nicht alle offen sagen.“ In der Grünen-Fraktion „möchte die Mehrheit der Fraktion nach links“, glaubt Liebich. Auch in den eigenen Reihen beobachtet er eine Verschiebung: „Die Gruppe derjenigen, die das überhaupt nicht wollen, ist sehr, sehr klein geworden. Dank Sahra Wagenknecht ist auch ein großer Teil des linken Flügels eher aufgeschlossen für eine Regierungsbeteiligung.“

Aus: "Links! Zwo! Drei!", Tagesspiegel, 12. Juni 2019