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Talita Gergely

Ein Leben für Menschenrechte und Menschenwürde

Schule feiert Namensjubiläum

Dieses Jahr feiert die Heinz-Brandt-Schule in Berlin Weißensee ihr 20-jähriges Namensjubiläum. Stefan nahm an den Feierlichkeiten teil und freute sich über das vielfältige Programm. Eingeladen war auch der Sohn Heinz Brandts, Stefan Brandt, der die Geschichte seines Vaters erzählte. So erfuhren die Anwesenden, dass Heinz Brandt der Sohn einer jüdischen Familie aus Posen und ein kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus war. 1934 wurde er zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und nach 1940 in das KZ Sachsenhausen überstellt. Zwei Jahre später deportierte man ihn in das KZ Auschwitz, wo er heimlich den Vernichtungsprozess dokumentierte. 1945 wurde Brandt in das KZ Buchenwald verbracht, wo er auch seine Befreiung erlebte.

In der DDR war er zunächst SED-Funktionär. 1958 floh Brandt aus Angst vor einer Verhaftung in die Bundesrepublik und fand eine Anstellung als Redakteur bei der IG-Metall. Als Brandt sich 1961 beruflich in West-Berlin aufhielt, entführte ihn die Staatssicherheit in die DDR. Dort wurde er 1962 wegen „schwerer Spionage in Tateinheit mit staatsgefährdender Propaganda und Hetze im schweren Fall“ zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Aufgrund einer weltweiten Kampagne der IG Metall, von Linkssozialisten, Amnesty International und des Literaturnobelpreisträgers Bertrand Russell wurde Brandt 1964 freigelassen. Nach seiner Rückkehr in den Westen kämpfte Brandt bis zum Ende seines Lebens „vorbehaltslos für Menschenrechte und Menschenwürde“.

Die ehemalige Schulleiterin Karla Werkentin betonte in ihrer Rede wie froh sie sei, dass die Schule, den Namen Heinz Brandts trägt. Dass die Schülerinnen und Schüler die Arbeit Heinz Brandts, angepasst an die heutigen Zeiten, weitertragen, bewiesen sie auch mit ihrer Aktion „Seebrücke“, die sich gegen die europäische Abschottungspolitik und die Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer richtet.

Es war ein gelungenes, interessantes und informationsreiches Fest bei dem Stefan gerne dabei war.