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Bundeswehr in Kamerun

Nach Kontroversen über eine Ausbildungsmission von Spezialkräften der Bundeswehr in Niger sorgt eine weitere Mission in Afrika für Kritik. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, unterrichtete nach Informationen der Süddeutschen Zeitung am Mittwoch die Obleute des Auswärtigen Ausschusses über Einzelheiten der Mission der Bundeswehr in Kamerun, das von Gewalt zwischen englischsprachigen und französischsprachigen Bevölkerungsteilen erschüttert wird. Als „abenteuerlich und falsch“, kritisierte der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Stefan Liebich, den Einsatz. Es sei „unfassbar, dass die Bundeswehr Sicherheitskräfte ausbildet in einem Land, in dem Bürgerkrieg herrscht“. Im Auswärtigen Ausschuss habe selbst die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), vom Einsatz „unverhältnismäßiger Gewalt“ durch kamerunische Sicherheitskräfte gesprochen.

Aus: "Abenteuerlich und falsch", Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2019