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Ohne Beanstandung

Auf dem Europaparteitag der Linkspartei Ende Februar in Bonn sorgte das Thema Venezuela für Ärger. Mehr als 20 Mitglieder stürmten auf die Bühne und hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Hände weg von Venezuela - vorwärts zum Sozialismus" in die Kameras.

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Beim außenpolitischen Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Stefan Liebich, stieß die nicht abgesprochene Aktion auf wenig Gegenliebe. Auf Twitter postete Liebich ein Foto der Aktion, darunter der Text: "Auch ich finde die Politik von Trump, Bolsonaro und Merkel gegenüber Venezuela falsch. Aber ich verstehe auch die Proteste gegen Maduro sehr gut. Mit dem ‚Sozialismus‘, den ich mir wünsche, hat das nichts zu tun."

Liebich gehört zum Reformerflügel der Linkspartei. Bereits kurz nach der Selbstausrufung Guaidós zum Übergangspräsidenten hatte sich Liebich ähnlich zur Lage in Venezuela geäußert. Die Wörter "Venezuela" und "Sozialismus" auf einem Transparent, das stößt einigen in der Linkspartei bitter auf.

Die Reise seines Fraktionskollegen Andrej Hunko nach Caracas beanstandet Liebich nicht. Seinem Parteikollegen sei es gelungen, mit beiden Seiten zu sprechen. Er sei "gespannt", was Hunko erzählen werde. Der berichtet auf seiner Facebook-Seite ausführlich über seine Treffen mit Maduro und zuvor mit Guaidó und anderen Oppositionsvertretern. Er habe "dort seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass eine Lösung der Krise nur friedlich und dialogisch sein kann", schreibt Hunko dort.

Aus: „Maduro-Foto mit Spätfolgen“, tagesschau.de, 26. April 2019