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Produktboykott ist falsch

Nouripour lehnt "BDS politisch ab, weil die Bewegung gegen die Zwei-Staaten-Lösung gerichtet ist und in Europa keinerlei Firewall gegen härteste Antisemiten und Holocaust-Leugner zieht". Bei der SPD verweist man darauf, dass der Bundestag Boykottaufrufe gegen Israel und Juden bereits 2018verurteilt habe. Es könne "aber hilfreich sein, sich in der Sache noch einmal zu positionieren", sagt der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Nils Schmid. Sein Kollege von der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, will nur mit den "demokratischen israel-freundlichen Parteien der Mitte" zusammenarbeiten. Das schließe nicht nur die AfD, sondern auch die Linkspartei aus.

Es sei bedauerlich, wenn die Linke ausgeschlossen werde, kritisiert deren Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Stefan Liebich. Die geschäftsführende Linken-Vorstand habe Boykottaufrufe gegen israelische Produkte schon 2011abgelehnt. Das halte er "nach wie vor für richtig".

Aus: "Nicht nur antiisraelisch, sondern größtenteils klar antisemitisch", Süddeutsche Zeitung, 16. April 2019