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Unfassbare Schande

Künftig soll die Operation Sophia sich auf die Überwachung der Region aus der Luft und die weitere Ausbildung der libyschen Küstenwache beschränken. Aus Sicht der Bundesregierung war es dennoch sinnvoll, die Mission zu verlängern. Die "technische Verlängerung" sei die "bestmögliche Übereinkunft" gewesen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

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"Das ist eine riesige Pleite und unfassbare Schande", sagte der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Stefan Liebich, zur Verlängerung ohne Schiffe. Schließlich heiße die Mission Sophia nach einem Baby, das nach der Rettung der Eltern auf einem Flüchtlingsschiff geboren wurde. Die Frage sei nun, wer künftig Ertrinkende rette. "Die bittere Antwort lautet: keiner", sagte Liebich.

Aus: "Seemission ohne Schiffe", Süddeutsche Zeitung, 27. März 2019