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Hartmut Seefeld

Voller Saal im Rathaus

Pankower mit großem Interesse an Entwicklungen im Bezirk

Aufgereiht auf dem Podium

In der vergangenen Woche hatte die Berliner Morgenpost zum Leserforum in den schmucken Ratssaal des Pankower Rathauses eingeladen. Es ist eine Werbetour der altgedienten Tageszeitung, die wie viele andere Zeitungen und Zeitschriften auch, den Zenit der Wahrnehmung überschritten hat und nun mit lokaler Kompetenz an der Basis um neue Aufmerksamkeit buhlt. Dafür hat sie ihr journalistisches Flaggschiff Hajo Schumacher ins Rennen geschickt – eine Strategie, die zumindest in Pankow ganz gut aufging. Über hundert Gäste saßen dicht an dicht in Erwartung einer bunten Debatte, Bezirksbürgermeister Sören Benn ließ dann noch die Flügeltüren zum Nachbarraum öffnen und half beim Stühlerücken, um auch niemanden wegschicken zu müssen. Gewohnt launig führte dann Profi Schumacher durchs Debattenprogramm. Schnell werden von den Diskutanten, neben Sören Benn hatten auf dem Podium Thomas Zoller als Vorsitzender des Vereins für nachhaltige Verkehrsentwicklung, Juliane Bartel als Vorsitzende des Pankower Bezirkselternausschusses, Thomas Brandt als Vorsitzender des Vereins „Für Pankow“ und der Morgenpostreporter Thomas Schubert Platz genommen, die Defizite im Bezirk benannt: Es fehlen Schulen, es fehlen Wohnungen, es fehlt ein übergreifendes Verkehrskonzept, es fehle an Grün, alles Dinge die man weiß, wenn man im Bezirk wohnt. Doch wie die Probleme gelöst werden, davon blieb viel nebulös. Thomas Brandt will keine großen Häuser im Norden, der Bürgermeister referierte die vier Stufen der Bürgerbeteiligung, Thomas Zoller will an der Kastanienallee in Rosenthal keine Bagger sehen, ehe nicht ein Gesamtkonzept mindestens für den ganzen Norden der Hauptstadt vorliegt und Juliane Barthel erinnerte daran, dass, wer noch mehr Wohnungen baut auch noch mehr Schulen bauen muss – zusätzlich zu den jetzt schon 20 fehlenden im Bezirk.

Moderator Schumacher lässt sich Pankow von Bürgermeister Benn erklären

Angesichts der diskutierten Dramen blieben Podium und Publikum sehr sachlich im Umgang miteinander, da störten auch Schumachers kleine Provokationen nicht. Zumindest das Image der Berliner Morgenpost ist in diesem Teil Berlins ob des kurzweiligen Abends ganz bestimmt nicht schlechter geworden.