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Stefan Liebich

Zwischen Wüste und Meer

Zu Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Oman

Orientalische Gastfreundschaft

Aktuell ist im Bundestag keine Sitzungswoche. Für mich als Außenpolitiker ist es eine gute Gelegenheit, international Gespräche zu führen. Vor ein paar Tagen war ich noch in Israel, aktuell begleite ich mit Katja Suding (FDP) und Staatssekretär Christian Lange (SPD) den Vizepräsidenten des Bundestages, Thomas Oppermann, auf einer Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und nach Oman.

Abdullah bin Zayid Al Nahyan ist Außenminister der VAE und unser erster Gesprächspartner. Sowohl der Fall Kashoggi, als auch der Krieg im Jemen waren ein Thema.

Thomas Oppermann und Amal Al Qubaisi

Die Vereinigten Arabischen Emirate, das Land wurde erst 1971 gegründet, sind keine Demokratie. Mit dem Federal National Council gibt es jedoch ein Gremium, das zumindest zum Teil gewählt ist und auch bei der Gesetzgebung mitwirkt. Wir trafen dessen Präsidentin Amal Al Qubaisi, die sich für stärkere Beteiligung der Frauen und der Jugend engagiert.

Staatsgründer war Zayid bin Sultan Al Nahyan. In diesem Jahr würde er seinen 100. Geburtstag feiern, was überall im Land gewürdigt wird. Ihm ist auch die größte Moschee der Emirate gewidmet, die 2007 eröffnet wurde und ich auch besucht habe.

Ein ebenso beeindruckendes Museum ist das „Louvre Abu Dhabi“. Hier wird die Menschheitsgeschichte in ihren unterschiedlichen Epochen chronologisch auf verschiedenen Erdteilen gezeigt. Man kann gut sehen, wie sich unsere Entwicklung immer enger miteinander verband.

Der Tag endete mit einem Empfang durch den designierten Botschafter Ernst Peter Fischer in dessen Residenz mit Gästen aus der hiesigen Politik und Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Wirtschaft.

Dubai

Die größte Stadt in den Vereinigten Emiraten ist Dubai. Hier steht das größte Gebäude der Welt – der Burj Khalifa. In ihm ist übrigens auch der aufgearbeitete Stahl aus dem demontierten Palast der Republik in Berlin verbaut. Ein stabiles Gebäude mit weiter Aussicht.

Der Weg ins Glück.

Weil das Land an der Küste knapp ist, werden im Meer vor Dubai künstliche Inseln aufgeschüttet. Die wohl bekannteste ist „The Palm“ und die haben wir uns mal angeschaut. Sieht sehr imposant aus. Aber es gibt dort keine Sozialwohnungen. Nirgends. Dafür gibt es aber ein eigenes Ministerium für Happiness, sozusagen eine Administration für Glück. Wäre vermutlich kein schlechter Job für Gregor Gysi.

Von Dubai ging es dann weiter in das Sultanat Oman. Wie der Name nahelegt, wird das Land von einem Sultan geführt: Qabus ibn Sa'id Al Sa'id. Er ist seit 1970 im Amt und zugleich Premierminister, Verteidigungsminister und Außenminister. Er ist das aktuell am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt - sieht man mal von Queen Elizabeth ab.

Leider haben wir ihn nicht getroffen, aber dafür seinen Minister im Maktab al-sultānī, dem Büro des Sultans. General Sultān bin Muhammad al-Nuʿamānī ist hier so etwas wie der Kanzleramtsminister. Also quasi der Peter Altmaier von Oman.

Der Sultan spielt bei vielen Konflikten in der Region eine wichtige, weil vermittelnde Rolle. Wenige Tage vor uns war in unserem Hotel Benjamin Netanjahu zu Gast und kurz davor Mahmud Abbas. Wir haben darüber mit Yusuf bin Alawi bin Abdallah gesprochen, der seit 44 Jahren für den Sultan das Außenministerium fachlich führt.