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Schlimm für die Menschen in Jemen

In dieser Woche nun erteilte ein Beamter des Auswärtigen Amtes Auskunft im Auswärtigen Ausschuss. Seine aus Sicht etlicher Abgeordneter verblüffende Antwort: zwei. Nur Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate seien "unmittelbar" oder "maßgeblich" am dem Krieg beteiligt.

Dabei gäbe es eine viel längere Liste, auf die die Bundesregierung sich stützen könnte. 2015 hatten sich unter Führung Saudi-Arabiens acht weitere arabische Staaten der Militäroperation "Sturm der Entscheidung" zum Schutz der jemenitischen Regierung vor Huthi-Rebellen angeschlossen, darunter Ägypten, Bahrain, Jordanien und Marokko. Katar wurde später aus der Allianz verstoßen, stattdessen schloss sich Senegal an. Wer sich zu dieser Allianz zähle, müsse auch dazu gezählt werden, verlangt Stefan Liebich, Obmann der Linken im Auswärtigen Ausschuss. "Die Formulierung im Koalitionsvertrag ist so ausgehöhlt worden, dass man sie nicht mehr erkennt", kritisiert er. Das sei "eine Riesenpleite für die SPD, aber vor allem schlimm für die Menschen im Jemen".

Aus: „Eindeutig uneindeutig“, Süddeutsche Zeitung, 18. Oktober 2018