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Hartmut Seefeld

Raus auf die Straße

Mieter in Prenzlauer Berg schlagen Alarm gegen Verdrängung

Weckruf auch für die Nachbarschaft

Noch ist nichts passiert, noch liegt kein bedrohlicher Umschlag in den Briefkästen der Gleimstraße 56 mit einer Modernisierungsankündigung darin oder gar einer Verwertungskündigung. Doch die Nachricht, dass der bisherige Eigentümer ihres Mietshauses die Immobilie gegenüber der Schmelinghalle in Prenzlauer Berg für knapp acht Millionen Euro an eine „TSC Berlin Pi GmbH“ verkauft hat, ließ bei den Bewohnern alle Alarmglocken schrillen. Und sie fassten einen unkonventionellen Beschluss: Bevor uns der Vermieter auf die Straße setzt, gehen wir selbst auf die Straße.

Der Kiez wird mobil.

Am vergangenen Sonntag gab es so nun schon den dritten „Kiezspaziergang“ mit über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Tour führte zu weiteren einschlägig bekannten Häusern im Viertel, etwa zur Gleimstraße 52, zur Kopenhagener Straße 46 und an die Ecke Schwedter Straße/Korsörer Straße, wo dann auch eine Abschlusskundgebung stattfand. Die Mieterinnen und Mieter haben klare Forderungen: Ausübung des kommunalen Vorkaufsrechts durch den Bezirk Pankow, keine Luxussanierung auf Kosten der Mieterinnen und Mieter und damit einhergehend sozialverträgliche Mieten.

Dafür suchen und finden sie immer mehr Unterstützung, von Bürgerinitiativen und Parteien, von Politikern und politisch Interessierten.

Am 26. August sind sie um 18 Uhr wieder auf der Straße zum dann vierten „Kiezspaziergang“.