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Stefan Liebich

Eine Welt, in der ich nicht leben möchte

Kurzintervention von Stefan Liebich auf eine Rede von Dr. Heribert Hirte (CDU) zur Mietrechtsreform

Kurzintervention Stefan Liebich, MdB (DIE LINKE): Eine Welt, in der ich nicht leben möchte

In der Debatte um eine Reform des Mietrechts hielt es mich nach einer Rede des Kölner CDU-Abgeordneten Dr. Heribert Hirte nicht mehr auf meinem Stuhl. Und ich machte von meinem Recht der Kurzintervention gebrauch:

Stefan Liebich (DIE LINKE): Herr Hirte, Sie haben gesagt, ich solle Ihnen zuhören; dann würde ich noch was lernen. 

(Dr. Jan-Marco Luczak [CDU/CSU]: Verstehen muss man auch noch!)

Ich habe jetzt zugehört. Es bleiben trotzdem noch ziemlich viele Fragen offen. Sie beschreiben hier eine Welt, in der ich wirklich nicht leben möchte. Sie sagen: Es ist völlig normal, dass sich Leute mit nicht so hohem Einkommen Wohnungen in der Innenstadt nicht mehr leisten können. In meinem Wahlkreis, Prenzlauer Berg, ist die Bevölkerung seit 1990 komplett ausgetauscht worden.

(Lachen bei Abgeordneten der AfD)

Früher haben dort Arbeiter gewohnt, Studenten gewohnt. Niemand von denen kann sich heute dort noch die Miete leisten, und Sie sagen, dass diese Leute den Regionalexpress nehmen und nach Brandenburg rausfahren sollen. Was ist denn das für eine Welt! In den Städten nur noch die Reichen und Schönen, und die, die nicht mehr so viel Geld haben, wohnen halt am Stadtrand oder ganz woanders. Das ist eine Welt, in der ich nicht leben möchte, und wir werden dagegen kämpfen.
(Beifall bei der LINKEN, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Dr. Hirte wollte dann plötzlich alles nicht mehr so gemeint haben