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SIPRI-Report: Steigende Waffenexporte

„Die Geschäfte mit dem Krieg erfahren einen unheilvollen Boom“, erklärt Stefan Liebich, Außenpolitiker der Bundestagsfraktion DIE LINKE, anlässlich der Ergebnisse einer neuen Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, demnach die Waffenexporte im vergangenen Jahr auf eine Summe von 316 Milliarden Euro, das sind 1,9 Prozent mehr als 2015, gestiegen sind. Liebich weiter:

„Das Ende dieser Spirale ist längst noch nicht erreicht. Insbesondere Unternehmen aus den USA haben jegliche Hemmungen verloren, ihre todbringenden Waren auch in Krisengebiete zu verkaufen. Saudi-Arabien etwa, das derzeit in Jemen an einem unbarmherzigen Krieg beteiligt ist und die Auseinandersetzung mit der Regionalmacht Iran weiter forciert, wird in den kommenden zehn Jahren Waffen für 350 Milliarden Dollar aus den USA importieren. Die drei US-Rüstungsfirmen Lockheed Martin, Boeing und Raytheon, stehen mit einem Gesamtumsatz von knapp 93 Milliarden Dollar im Jahre 2016 an der Spitze der größten Waffenexporteure weltweit.
Andere Länder und Unternehmen wollen da nicht nachstehen. Russlands Flugzeugunternehmen UAC steigerte 2016 seinen Umsatz um 15 Prozent, die Rüstungsindustrie des Landes insgesamt um sieben Prozent. Der Iran, der seinerseits die Auseinandersetzung mit Saudi-Arabien immer aktiver betreibt, strebt bereits eine engere militärische Kooperation mit Russland an.
Aber auch deutsche Firmen erzielen wachsende Gewinne mit ihrer tödlichen Produktpalette. Die Waffenschmieden Krauss-Maffei und Rheinmetall realisierten ihren um 13 Prozent gewachsenen Umsatz vor allem durch eine Waffennachfrage in Nahost und Südostasien. Die Zahlen strafen die Bekundungen der Bundesregierung von einer zurückhaltenden und verantwortungsvollen Exportpolitik Lügen. Es bleibt dabei: Wir brauchen ein Verbot jeglicher Rüstungsexporte.“

Pressekontakt:

Hartmut Seefeld

Telefon: +49 30 22 77 36 22

Email: stefan.liebich.ma03@bundestag.de