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Hartmut Seefeld

Drei Damen zur Wahl

Johanna Uekermann, Jamila Schäfer, Josephine Michalke (v.l.)

Um es gleich vorweg zu sagen, der Autor hatte den Altersdurchschnitt beim diesjährigen Brot, Pop & Politik enorm in die Höhe getrieben. Mit Johanna Uekermann von den Jusos, Jamila Schäfer von der Grünen Jugend und Josephine Michalke von der linksjugend [solid] hatte sich Stefan Liebich drei Frontfrauen der parteinahen Jugendorganisationen aufs Podium eingeladen und das hatte vor allem magnetische Wirkung auf junge Berliner Menschen. Mehr als 60 kamen und erlebten eine -wenig überraschend- harmonische Debatte.

Ring frei, zur ersten Runde.

Uekermann und Schäfer finden die Regierungsoption rot-rot-grün uneingeschränkt gut. Allein linksjugend-Vertreterin Josie Michalke fremdelte ein wenig mit etwaigen Regierungsoptionen. Die Juso-Chefin die immerhin einer 70.000-Mitglieder-Gruppierung vorsteht, argumentierte gen Mutterpartei SPD, wer sogar mit der CSU einen Koalitionsvertrag hinbekomme, der sollte es erst recht mit der LINKEN schaffen. Und dann zählte das Trio flugs gemeinsame Schnittstellen auf: Mindestlohn ausbauen, eine echte Frauenquote einführen, mehr Geld für Entwicklungshilfe, Vermögenssteuer einführen und die Ehe für alle öffnen.

Der Raum in der Brotfabrik war gut gefüllt.

Auch die Grüne-Jugend-Sprecherin Jamila Schäfer zeigte sich ob der aktuellen gegenseitigen Anbahnungsaktivitäten zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der Union höchst beunruhigt und hält eine Perspektive von rot-rot-grün für erstrebenswert. Zugleich legt sie den Finger auf die wunden eines solchen Parteienbündnisses, spricht von antisemitischen Positionen bei der Linken und von weit auseinander liegenden Positionen zur SPD in der Kohlepolitik.

Bei so viel Gemeinsamkeit konfrontierte Stefan die drei Damen am Tisch zum Schluss mit den Optionen zur Wahl des neuen Bundespräsidenten im Februar kommenden Jahres. Und siehe da, rot-rot-grün bei der Jugend funktioniert auch hier prächtig: Auf jeden Fall eine Frau und, natürlich, fortschrittlich.

Die taz, der Tagesspiegel und die Jungle World berichteten ausführlich von der Debatte.