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Barbara Meifert

Laut und lebendig

Stefan Liebich bei einem Willkommensfest für Flüchtlinge von Vattenfall in Prenzlauer Berg

Willkommen im Namen des Deutschen Bundestages.

Es ist ein sehr lebendiges und ziemlich lautes Willkommensfest. Im Festzelt vor der Flüchtlingsunterkunft in der Storkower Straße feiern rund 150 Menschen bei Fleischspießen und Gemüse. Die Stimmung ist ausgelassen. Jan Schebaum, Leiter der Unterkunft, muss trotz Mikrofon sehr laut sprechen, um sich Gehör zu verschaffen: “Wir feiern heute zusammen mit Menschen, mit denen wir hier etwas aufgebaut haben. Herzlichen Dank an Vattenfall. Seid alle herzlich willkommen und feiert schön.“ Die Dolmetscherin Lara Chahrour übersetzt ins Arabische. Als sie fertig ist, brandet lautstarker Applaus auf.

Vor ihnen liegt eine ungewisse Zukunft.

Zu Gast ist auch der Bundestagsabgeordnete für Pankow, Stefan Liebich. Er ruft ins Mikrofon: „Im Namen des Deutschen Bundestages möchte ich Sie herzlich willkommen heißen.“ Wieder übersetzt die junge Frau ins Arabische. Jetzt erheben sich Menschen von den Bänken und klatschen laut vor Freude.

Aufmerksamer Zuhörer.

Dann nimmt sich ein Geflüchteter das Mikrofon. Er spricht lange und schnell. Die Übersetzungslage wird unübersichtlich. Lara Chahrour kommt kaum hinterher. Soviel wird klar: Er dankt und bittet darum, die Asylverfahren anders zu gestalten. „Wir wollen Steuern zahlen und lernen und uns einbringen in die deutsche Gesellschaft. Aber wer weiß, ob wir bleiben können!?“

Stippvisite in der Kleiderkammer.

Die Feierlaune lässt die Situation nicht ganz vergessen. Das wird auch deutlich, als Radio Paradiso am Rande der Feier Stefan Liebich zu ehrenamtlichem Engagement befragt. Er sagt: „Ich danke den Menschen, die sich hier engagieren. Ehrenamtliches Engagement ist toll. Aber wir dürfen die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen.“