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Stefan Liebich

Verantwortung tragen die Mörder

„In einer gesegneten Attacke ... hat eine Gruppe von Gläubigen, Soldaten des Kalifats ... die Hauptstadt der Abscheulichkeit und der Perversion ins Visier genommen ... Paris. ... Acht Brüder, mit Sprengstoffgürteln und Sturmgewehren, haben Orte angegriffen, die sorgfältig im Voraus ausgewählt wurden, im Herzen der französischen Hauptstadt, das Stadium Stade de France, wo zwei Kreuzfahrer-Nationen spielten, Frankreich und Deutschland, ... den Bataclan (Konzertsaal), wo Hunderte eine perverse Feier feierten; sowie andere Ziele... Paris zitterte unter ihren Füssen und die Straßen von Paris waren zu eng für sie."

So beschreiben die Verbrecher des IS ihren Terroranschlag vom Wochenende in Paris. Sie hassen unsere Art zu leben und schlagen mit brutaler Gewalt zu.

Das Problem sei "der Islam" sagen einige und hoffen, dass höhere Mauern und Zäune uns davor schützen werden. Aber die Adresse sind nicht nur wir, das Ziel nicht nur Christen und "Ungläubige" des "Westens". Sie morden und töten in Syrien, im Irak und verübten in den letzten Monaten und Wochen Terroranschläge u.a. in Tunesien, in Kuwait, in der Türkei, in Ägypten, in Libanon, in Nigeria ... Überall haben Mütter ihr Kinder, Schwestern ihre Brüder und Männer ihre Frauen verloren. Die Terroristen des "Islamischen Staats" wenden sich gegen alle, die nicht so leben wollen, wie sie es für richtig halten. Überall auf der Welt.

Und deshalb ist auch der Verweis auf die Barbarei der westlichen Kriege und auf völkerrechtswidrige Drohneneinsätze der USA als Erklärungsmuster für diesen Terror zu kurz gegriffen. Ja, es gibt befördernde Elemente in der Politik der EU, der USA, von China, von Russland und anderen, die den Nährboden für diese Verbrechen schaffen und das müssen und werden wir thematisieren, wo immer wir können.

Aber die Verantwortung für den tausendfachen Mord trägt weder "der Islam", noch der Westen. Die Verantwortung tragen die Mörder und ihre Hintermänner. Dafür gibt es keine Rechtfertigung und keine Relativierung.

Und die Verantwortung dafür ihnen entgegenzutreten, tragen die Vereinten Nationen. Sie müssen endlich wirksam gemeinsam handeln. Die Finanzierung des "Islamischen Staats" muss ausgetrocknet, der Zustrom an weiteren Kämpfern muss unterbunden und eine weitere Ausbreitung des so genannten Kalifats muss verhindert werden. Die UNO hat sich gegründet, um "den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen" heisst es in ihrer Charta. Es ist überfällig, danach zu handeln!