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Hartmut Seefeld

Mieter mit Mut

Am Sonntag (12. Juli) gibt es das große Stühlerücken auf dem Gehweg vor dem Eckhaus Kollwitzstraße/Saarbrücker Straße in Prenzlauer Berg. Unter dem Motto „Mieter auf die Straße ... setzen!“ treffen sich Bewohnerinnen und Bewohner verschiedener Häuser zu einem Sit-in, um auf die ungebremste soziale Verdrängung in ihrem Kiez aufmerksam zu machen. Die Adresse des Protests ist dafür das jüngste Beispiel. Nach einem Verkauf wird die Immobilie derzeit aktiv vermarktet. Die Mieter befürchten, dass der Eigentümer sie aus dem Haus vertreiben will. Im aktuellen Berliner Skandalhaus Grunewaldstraße 87 hat er demonstriert, dass er nicht zimperlich ist.

Seit März 2015 gilt in Teilen des Bezirks eine vom Senat beschlossene Umwandlungsverordnung, die die gewinnträchtige Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen unter einen Genehmigungsvorbehalt durch das Bezirksamt stellt. Die protestierenden Mieterinnen und Mieter werfen nun die Frage auf, was die Umwandlungsverordnung zum Schutz der Menschen beitragen kann. Das Haus Kollwitzstraße 2/Saarbrücker Straße 17 gilt als ein erster Präzedenzfall, in dem die neue Umwandlungsverordnung ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen kann. Nicht wenige Politiker, auch aus Pankow, haben die Verordnung als „Wundermittel“ gepriesen, mit dem es gelingt, sich aus der Ohnmacht gegen Spekulanten zu befreien. Das Sit-in soll auch zeigen, dass viele Häuser betroffen sind und dass es ein solidarisches Miteinander der Mieterinnen und Mieter gibt. Denn für andere Häuser, etwa die Kopenhagener Straße 46 oder die Gleimstraße 52 kommt die Umwandlungsverordnung zu spät.

Die beiden Kneipen des Hauses laden mit ausgedehnte Außenflächen zum Trinken und Essen ein und das „Courage“ wird einen Grill aufstellen. Mit Life-Musik wird das Sit-in ausklingen.