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Hartmut Seefeld

Klo auf halber Treppe

Jeannette Albrecht und Peter Weber leiten die Selbstbau e.G.

Die Adresse der Einladung an Stefan war erste Klasse, Sredzkistraße 44, mitten in seinem Wahlkreis Prenzlauer Berg, direkt im Viertel am Kollwitzplatz. Vor Ort entpuppte sich die Location für den Festakt zum 25-jährigen Jubiläum der Gründung der Selbstbau e.G. als Zeitreise. Klo auf halber Treppe, bröckelnder Putz, unpassende Fenster, Kachelöfen – wer wissen will, wie einst der Prenzlauer Berg aussah, der sollte hier vorbei schauen. Dafür jedoch muss er sich beeilen. „Wir haben mit der Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre abgeschlossen und werden das Haus sanieren“, freut sich Genossenschaftsvorstand Peter Weber.

Kleiner Bundestag

Die Sanierung beginnt Mitte 2015 und wird voraussichtlich Mitte 2016 abgeschlossen sein. Insgesamt werden elf Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten realisiert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend reicht schon mal einen Förderscheck über ein paar hunderttausend Euro für ein „Modellprojekt zum altengerechten Umbau eines Bestandsgebäudes und Einrichtung einer Beratungsstelle“ über den Tresen. „Wir arbeiten nach dem Prinzip: ‚So viel Miete wie nötig und nicht, so viel wie möglich‘ “, erklärt der Genossenschaftschef und die verbliebenen Mieter, die im Vorfeld harte Auseinandersetzungen um die kostenträchtigen Modernisierungspläne der Wohnungsbaugesellschaft geführt hatten, freut dies natürlich.

Schwerter zu Bohrhämmern.

Stefan war einer der ersten Gratulanten an diesem Freitagnachmittag und mit dem SPD-Abgeordnete Klaus Mindrup, der seinerseits seit Jahren in einer solchen Genossenschaftswohnung in der Oderberger Straße wohnt, darin einig, dass in einem rot-rot-grünen Bundesregierung genossenschaftliches Wohnen eine deutliche Priorität bekommen würde.