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Gabi Kuttner

Raus in vier Minuten

Zu Besuch bei der Niederschönhauser Feuerwehr

Helm auf!

Auch wenn sich Stefan Liebich und Uwe Melzer, Fraktionsgeschäftsführer im Berliner Abgeordnetenhaus, sehr erwachsen gaben, am Mittwoch wurden Kleine-Jungs-Träume wahr.
Anlässlich der Auszeichnung für verdienstvolle ehrenamtliche Arbeit besuchten sie die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Niederschönhausen. Im Fuhrpark wurden sie zunächst durch drei riesige Löschfahrzeuge „empfangen“.

Richtig begrüßt wurden sie dann von Frieder Kirchner, Direktionsleiter Nord, und Lutz Großmann, Landesbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr. Und sie hatten interessantes zu berichten. Die Niederschönhauser Feuerwehr wird mindestens zu 30 Einsätzen im Monat gerufen. Etliche Bürger würden oft die Feuerwehr statt den Notarzt rufen und damit jedoch beide alarmieren. Ihre Bereitschaftszeit dürfen die Kameraden zu Hause verbringen und werden im Alarmfall über einen digitalen Meldeempfänger von der Feuerwehrleitstelle alarmiert. Bei Ausnahmezuständen wie zu Silvester oder bei schwieriger Wetterlage gibt es jedoch eine ständige Besetzung der Wache. Im Falle eines Alarms müssen die Fahrzeuge innerhalb von vier Minuten ausrücken. Um das zu leisten müssen die Einsatzkräfte in der Nähe der Wache wohnen, was bei der Pankower Wohnungsmisere und den steigenden Mietkosten manchmal problematisch ist.

Begrüßt haben beide Seiten, dass es gelungen ist, das Thema Feuerwehr mehr in den Fokus der Politik zu rücken. So schön es jedoch sei, dass es keine Probleme mit dem Nachwuchs gebe, so schwierig seien die gesetzlichen Vorlagen bezüglich der Tauglichkeitsregelungen für ältere Kollegen. Natürlich ist im Einsatz beste körperliche Fitness eine zentrale Voraussetzung, aber es gebe eben auch genug andere wichtige Tätigkeiten. Kollegen aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen ihrer Ehrenamtsarbeit zu berauben zeichne ein schwieriges Bild vom Verhältnis Feuerwehr/Ehrenamt. Bereits drei Feuerwehren hätten wegen dieser Gemengelage schließen müssen.

Gerne haben sich Stefan und Uwe zum Schluss auch die asbestfreien und trotzdem feuerfesten Einsatzanzüge zeigen lassen. Die gesamte Montur ist furchtbar schwer. Leider wurde mein Traum, Stefan und Uwe die Feuerwehrrutschstange runter rutschen zu sehen, nicht wahr. Sie hatten schlicht keine.