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Gabi Kuttner

Gute Nacht, Eulenspielplatz

teamliebich unterwegs

Ein Platz zum Heulen.

Den Platz kennen Sie nicht? So wie der derzeit aussieht, muss man ihn auch nicht kennen. Er befindet sich abgesperrt und eingekeilt zwischen alten Gebäuden und einer Brache, auf der demnächst das FriedrichsCarré entstehen soll. Schade, dass es die Ortsbeschreibung „Nasses Dreieck“ in Pankow schon gibt. Hier würde sie viel besser passen. Der Platz ist düster, feucht, verschmutzt und mit Spielgeräten ausgestattet, in deren Nähe niemand mehr freiwillig sein Kind lässt. Junge Familien, die den Spielplatz noch aus besseren Zeiten kennen, bedauern den Zustand, weil er für sie die nächstgelegene Anlaufstelle für „Wochenendausflüge“ war. Mittlerweile gibt es im Umkreis längst sechs weitere Spielplätze.

Dichter Andrang, großes Interesse.

Die Reparatur der Spielgeräte sei wirtschaftlich nicht vertretbar, erklärte jüngst Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung Jens-Holger Kirchner. Der Bezirk habe nun Mittel aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) beantragt. Die vage, wenig ambitionierte Aussage trieb viele Familien auf die Palme. Mehr als 40 Eltern mit gefühlt 100 Kindern trafen sich am Mittwochabend in den Räumen des VfBB Pankow e.V. in der Florastraße 4 zu einer Informationsveranstaltung. Thomas Bohla, stellvertretender Vorsitzender des Kinder- und Jugendhilfeausschusses in der BVV, erklärte die aktuelle Lage. Nachdem die Kinder lautstark verkündeten, dass sie nur Bahnhof verstünden und lieber Lutscher haben wollten, wurde es verständlicher und aktueller. Noch in diesem Jahr soll mit Bauarbeiten zur Neugestaltung begonnen werden, knapp 132.000 Euro wurden vom Senat bereits bewilligt. Das wäre allerdings nur die Hälfte jener Summe, die für den gesamten Platz gebraucht wird. In diesem Sommer jedenfalls müssen sich Kitas und Kinder auf jeden Fall andere Tummelplätze suchen.