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Stefan Liebich

Kosmisches Gespräch

„Ein Artikel im Kosmonautenteil!“, freute sich kürzlich eine Facebookfreundin über mein Interview mit der griechischen Tageszeitung „Eleftherotypia “. Der Text sei schließlich im internationalen Teil des Blattes unter der Rubrik “Welt”, griechisch “Kosmos”, veröffentlicht worden.
Der Journalist wirkte etwas ungläubig, als er mich eingangs mit folgender Frage konfrontierte: ”Bei den Wahlen vom 22. September haben die Christdemokraten (CDU) 41,5 Prozent bekommen und die Opposition (Sozialdemokraten, Grüne und die Linke) 42,7 Prozent. Wieso hat es nicht einmal einen Versuch gegeben, eine Mitte-Links-Regierung zu bilden?“
Da blieb mir nur, ihn in seiner Verwunderung zu bestärken: „In den meisten Ländern Europas hätten die Mitte-Links-Parteien für ein derartiges Ergebnis gekämpft. In Deutschland haben wir es und nutzen es nicht aus. Die Sozialdemokraten hatten vor den Wahlen in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht mit uns koalieren würden.“
Ich sagte ihm allerdings auch: „Ich glaube nicht, dass die große Koalition die sehr wahrscheinlich gebildet wird, die Legislaturperiode von vier Jahren ausschöpfen wird.“
Und auf die auch durch die EU eher forcierten Probleme Griechenlands angesprochen antwortete ich: „Wir sind der Auffassung, dass ähnlich wie es nach dem Zweiten Weltkrieg den Marshallplan für Deutschland gegeben hat, es heute eine entsprechende Unterstützung für Griechenland geben soll.“