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"Folter ist immer falsch!"

Interview beim rbb-Inforadio zum Thema Linkspartei.PDS und Lafontaine

Liebich: "Keine Vorbehalte mehr gegen Bündnis mit der WASG"

An Selbstbewusstsein mangelt es nun gewiss nicht. Die WASG hat sich auf einem Parteitag in Kassel für eine vorgezogene Bundestagswahl warm gemacht. Die junge Partei ist sich sicher:

Deutschland braucht eine neue Linkspartei. Man freut sich über Umfragen, die mehr als zehn Prozent der Stimmen möglich erscheinen lassen. Und personifiziert wird das Selbstbewusstsein einer vor wenigen Monaten noch nahezu unbeachteten Gruppierung vom Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine. Zunächst auch auf dem WASG-Parteitag skeptisch angeguckt - hat er die Männer und Frauen dann später doch mit seiner Rede regelrecht begeistert. Der nächste Schritt für die WASG ist jetzt eine Urabstimmung über den gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit der PDS.

Der Berliner PDS-Vorsitzende Stefan Liebich hat keine Vorbehalte mehr gegen ein Bündnis mit der "Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit".

Im Inforadio sagte Liebich am Montag, er habe seine zunächst ablehnende Haltung gegenüber der neuen Linkspartei inzwischen revidiert: "Ich sehe durchaus die Chancen eines gemeinsamen Linksbündnisses auf Bundesebene. Wir als PDS haben es leider nicht geschafft, in den letzten Jahren in Westdeutschland so viel Einfluss zu erreichen wie die WASG in wenigen Wochen. Und deshalb, denke ich, müssen wir über die persönlichen Bauchschmerzen hier in Berlin mal hinwegsehen."

Nur auf Berlin bezogen, wäre ein solcher Zusammenschluss vermutlich nicht nötig, sagte Liebich. "Ich glaube, dass wir hier in Berlin auch alleine klar gekommen wären. (...) Das ist aber eine bundesweite Entscheidung und die finde ich gut."
Er könne sich eine gute Zusammenarbeit mit Oskar Lafontaine vorstellen, erklärte Liebich. Als PDS müsse man aber auch deutlich machen, dass die Partei eine klare Haltung habe, z. B. zur Integration der Türkei in die EU, die man befürworte.

"Wir haben auch die Entscheidung für uns getroffen, dass wir mit dem Bundesvorsitzenden der türkischen Gemeinde Deutschlands, Herrn Hakki Keskin, einen ganz wichtigen Türken in Berlin zur Wahl stellen, und das ist auch ein Signal." Keskin soll den Listenplatz vier erhalten. (kah)

(c) rbb-Inforadio

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