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Stefan Liebich

Auf Schnupperkurs in der Brotfabrik

Im Podium: Moderatorin Juliane Wiedemeier, Andreas Otto, Linus Vollmar,Fabrício do Canto, Stefan Liebich, Lars Zimmermann, Klaus Mindrup.

Es war im Bundestagswahlkampf 2009, da hatte der Wahlkämpfer Wolfgang Thierse plötzlich die Parole „Podiumsdiskussionen passen nicht mehr in diese Zeit“ ausgegeben und setzte diese eigenwillige Einschätzung allseits in die Tat um. Die Lücke auf den diversen Podien habe ich dann gern ausgefüllt. Und nicht nur dort. Ich habe dann damals auch das Direktmandat für den Wahlkreis Pankow vor Thierse gewonnen. Zugegeben, es war schon eine kleine Überraschung.

Der Saal war voll.

Dieses Mandat möchte ich nun gern verteidigen, und das natürlich auch wieder auf dem Podium. Zum Auftakt lud ich am 15. Mai die Konkurrenz von SPD, Grünen, CDU, FDP und Piratenpartei in meine Veranstaltungsreihe Brot, Pop & Politik ins Kulturzentrum Brotfabrik Weißensee ein und alle kamen auch. Im proppenvollen Saal fand auch Thierse-Kandidatenerbe Klaus Mindrup zu einer veränderten Bewertung des diskursiven Podiums: „Ich diskutiere gern und bin gern gekommen“. Damit hatte er allerdings kein Alleinstellungsmerkmal. Meine fünf Konkurrenten, erstaunlicherweise ausschließlich Männer, zeigten allesamt große Lust am Wortgefecht über Ideen und Positionen, Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten. Moderiert von der Journalistin Juliane Wiedemeier und musikalisch eingebettet durch die Akkordeonspielerin und Sängerin Isabel Neuenfeldt blieb die harte Kontroverse an diesem Abend jedoch aus. Es war wohl doch eher ein erstes gegenseitiges Beschnuppern. Und die Gäste goutierten das, der Beifall für Gesprochenes wurde wohl proportioniert.