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Gabi Kuttner

Nichts ist gut in Afghanistan

Birgit Pomorin und Stefan Liebich

Dieses Zitat aus der Neujahrspredigt von Margot Käßmann aus dem Jahre 2010 skizzierte das Thema sehr gut, zu dem Stefan am letzten Freitag in der Reihe „Politik im Gespräch“ des Helle Panke e.V. auf Einladung von Vorstandsmitglied Birgit Pomorin referierte. Stefan ist dort regelmäßig zu Gast und trifft immer auf ein gut informiertes und interessiertes Publikum.
Im Gegensatz zu sonstigen Auftritten beschränkte Stefan sich nicht nur auf zusammenfassende Informationen sondern hielt ein regelrechtes Referat. Die detailreichen Ausführungen und der genaue Blick auf die Hintergründe und den Beginns des Konflikts, rückten so manch wacklige Erinnerung wieder gerade.
Als Einstieg zitierte Stefan etliche negative Bewertungen im Fortschrittsbericht des Bundestags zu Afghanistan. Er brachte Zahlen und Fakten, etwa, dass 100.000 deutsche Soldaten nur sechs Monate am Hindukusch bleiben sollten und dass dieser Einsatz mit bislang einer Milliarde Euro die einst angesetzten Kosten bereits weit überschritten. Stefan beschrieb aber auch die anhaltenden Schwierigkeiten im Lande nach dem der Abzug der Soldaten.
Zur Sprache kamen auch die Themen Drogenhandel, Gesundheitsvorsorge und Bildung für Mädchen. Große Rückschritte seien trotz punktueller Erfolge unübersehbar, was sich nicht zuletzt an der wieder deutlich zunehmenden Verschleierung der Frauen erkennbar sei oder der Tatsache, dass Afghanistan in Bezug auf Korruption weltweit führend ist. Gute Stimmung kam da nicht im Raum auf. Immerhin konnte Stefan abschließend berichten, dass die Zahl der Bundestagsabgeordneten, die den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr ablehnen, von Abstimmung zu Abstimmung wächst.