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Stefan Liebich

"Lass Dir nichts gefallen,

Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus

wenn Dich jemand angreifen will. Wehr Dich!" waren die Worte, die Inge Deutschkrons Mutter ihrer damals 10-jährigen Tochter mitgab, als 1933 die Nazis in Deutschland an die Macht kamen. Inge Deutschkron hielt heute im Bundestag die Rede in der Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie schilderte ihr Leben in Berlin in den Tagen und Wochen der "Fabrikaktion", als zehntausende Jüdinnen und Juden deportiert wurden. Und sie erinnerte mutig an Adenauers Geschichtsklitterung, der nach dem Krieg behauptete, viele Deutsche hätten doch Juden geholfen. "Ach, wäre das doch die Wahrheit gewesen!", so Inge Deutschkron.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde vom Synagogal Ensemble Berlin mit Musik von Louis Lewandowski, dessen Grab sich auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee befindet. Für mich bleibt nach dieser beeindruckenden Stunde eine Lehre: Wann immer Jüdinnen oder Juden angegriffen werden, sei es hier in Berlin, in ihrem Staat Israel oder irgendwo auf der Welt, dann weiß ich, wo ich stehe: An ihrer Seite.
Die Rede von Inge Deutschkron finden Sie hier.