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Stefan Liebich

Freiheit für Fazil Say!

"Ich weiß nicht, ob ihr es gemerkt habt? Überall wo es Schwätzer, Gemeine, Sensationsgierige, Diebe, Scharlatane gibt, sie alle sind übertrieben gläubig. Ist das ein Paradoxon?", schrieb der international bekannte türkische Pianist und Komponist Fazil Say bei Twitter. Dafür stand er gestern in Istanbul vor Gericht. Der Vorwurf lautet: Blasphemie, also Gotteslästerung oder Herabwürdigung der Religion.

Meine Kollegin Sevim Dagdelen hat einen Offenen Brief von Bundestagsabgeordneten an den Ministerpräsidenten der Türkei initiiert, den auch ich unterschrieben habe. Ich finde, Meinungsfreiheit ist eines der wichtigsten Rechtsgüter, das wir haben. Und wo auch immer sie bedroht wird, müssen wir unsere Stimme erheben. Ob in Berlin, Moskau, Chicago oder Istanbul. Der Prozess gegen Fazil Say wurde gestern vertagt und wird im Februar 2013 fortgesetzt.