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Solidarität mit den Agent Orange Opfern in Vietnam

Rede bei einer Aktion am Brandenburger Tor

Internationale Solidarität hat in unserer Stadt Berlin eine lange und gute Tradition. Und gerade Vietnam spielte dabei eine wichtige Rolle.

In den sechziger Jahren waren es zuerst die Studentinnen und Studenten, die gegen den Krieg der Vereinigten Staaten gegen Vietnam hier auf die Straße gingen. Und auch in der Bevölkerung der Bundesrepublik insgesamt wuchs das Unverständnis gegenüber der USA immer stärker. Schließlich wandte sich auch der damalige Außenminister Willy Brandt mit seiner SPD gegen den Krieg.

Und auch in der DDR, in der ich groß geworden bin, war die Solidarität mit Vietnam auf der Tagesordnung. Und anders als vieles andere, kam der Einsatz für das kleine tapfere Volk, das sich gegen die Hightech-Armee der USA verteidigte aus tiefstem Herzen. Zu schlimm waren die Bilder der Opfer. Hunderte von DDR-Spezialisten - Ärzte, Orthopäden, Stahlwerker, Mechaniker, Wohnungs- und Straßenbauer sowie Lehrausbilder - gingen mitunter noch vor Ende des Krieges in den Norden Vietnams, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Wir halfen kleine Handwerksbetriebe zu errichten, Rehabilitationszentren für Kriegsversehrte zu unterhalten oder waren - wie im mittelvietnamesischen Vinh - an der Wiedergeburt einer durch den Bombenkrieg total zerstörten Stadt beteiligt. Und mit dem Ende des Krieges war auch die DDR auf der Seite der Sieger. Zu recht, wie ich finde. Aber Solidarität war weiter erforderlich. In den Schulen, auch an meiner in Berlin-Marzahn, haben wir Solidaritätsbasare durchgeführt und Altstoffe gesammelt und die Erlöse gespendet. Es klingt heute ein wenig putzig, aber dieser Einsatz war ehrlich. Solidarität war schon für uns Schüler wichtig. Hier war die Stadt des Friedens, als die sich die Hauptstadt der DDR bezeichnen durfte, gefragt und half.

Wenn wir heute Unterschriften sammeln, so zeigt dies, dass lange nach dem Ende des Krieges immer noch Solidarität nötig ist.

Eines der schlimmsten Verbechen war der Einsatz des Giftgases Agent Orange. Der Solidaritätsdienst International, dessen Mitglied ich bin, fordert Gerechtigkeit für die Opfer und deren Entschädigung durch die US-amerikanischen Herstellerfirmen, so wie es bereits für geschädigte US-Soldaten geschehen ist.

Das Volk und die Regierung Vietnams haben in der Vergangenheit ihr Bestes getan, um die Schmerzen und Leiden der Opfer zu lindern. Nun sind wir gefragt.

Wir rufen die Präsident Obama auf, der Verantwortung für die Hinterlassenschaften des Vietnamkriegs einschließlich der Folgen des Einsatzes giftiger Chemikalien anzuerkennen und wir rufen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf, sich dieser Forderung anzuschließen.

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