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Stehen wir auf, wenn einem von uns Gewalt angetan wird!

Foto: C. Schatz

MANEO und der LSVD haben gemeinsam zu einer Solidaritätskundgebung aufgerufen. Infolge eines schweren Übergriffs auf schwule Männer, der sich in der Nacht zu Mittwoch im Berlin-Schöneberger Kiez unweit eines Szene-Lokals ereignete, wurde ein 23-jähriger Betroffener lebensgefährlich verletzt. Neben vielen Rednern aller Parteien ergriff auch ich das Wort.

Liebe Berlinerinnen und Berliner,

ich überbringe zur heutigen Mahnwache die Grüße unseres Landesvorsitzenden Klaus Lederer, der leider nicht selbst hier sein kann und freue mich, dass unserer Senatorin für Integration Dr. Heidi Knake-Werner hier heute bei uns ist.
Wir treffen uns hier um ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern des schweren Übergriffs gegen zwei schwule Männer, der sich hier ereignet hat, zu setzen.
Dass so etwas in unserer toleranten und weltoffenen Stadt Berlin, passiert ist erschütternd.
Nicht nur dieser Überfall, ausgerechnet hier im Schöneberger Kiez, zeigt, dass der Hass auf Homosexuelle weiterhin stark verankert ist.
Die besondere Brutalität dieses Überfalls ist schändlich und muss mit der gebotenen Konsequenz verfolgt werden.
Die Linke fordert die Polizei auf, alle Anstrengungen, zu unternehmen um der Täter habhaft zu werden.
Unser Landesvorsitzender Klaus Lederer hat angeregt, dass die Berliner Polizei ihre Möglichkeiten prüft, im Kiez um den Nollendorfplatz stärker Präsenz zu zeigen.
Aber so notwendig das harte Durchgreifen des Staats ist, so wenig dürfen wir vergessen, dass Homophobie ein gesellschaftliches Problem ist, dass letztlich in gesellschaftlicher Auseinandersetzung gelöst werden muss.
Ein solch schlimmes Hassverbrechen ist erschreckend und widerwärtig.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich in der letzten Zeit Übergriffe auf schwule Männer und lesbische Frauen häufen.
Auch die wiederholte Schändung des erst im Mai diesen Jahres eröffneten Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen zeigte, dass Homophobie eine Einstellung ist, die in gewalttätiges Verhalten münden kann.
Erst gegen Sachen, aber auch gegen Menschen.

Es ist die Pflicht aller Berlinerinnen und Berliner, ein deutliches Zeichen gegen ein solches Verhalten zu setzen. Nicht nur bei Mahnwachen wie heute, nein, tagtäglich müssen wir auf schwulenfeindliche Äußerungen reagieren.
Sie sind nicht lustig, sie sind keine Bagatellen, sie schmerzen. Und sie senken die Hemmschwellen gegenüber Taten wie diesen.

Und zu Recht wird hier ein aktives Handeln der Politik eingefordert. Aber die Antwort kann nicht sein, sich pauschal gegen Berliner einer bestimmten Herkunft oder sozialen Klasse zu wenden.
Denn für die Opfer eines Übergriffs ist es egal, ob Gewalt von arabischen, osteuropäischen oder deutschen Tätern ausgeübt wird, sie ist niemals und nirgendwo von niemanden zu tolerieren.

Liebe Berlinerinnen und Berliner!

Wichtig ist jeder Einzelne.
Seien wir gemeinsam wachsam und stehen wir auf, wenn einem von uns Gewalt angetan wird!