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Würde hat ihren Wert, Arbeit hat ihren Preis!

Rede auf der Kundgebung der von der Schließung bedrohten Telekom-Callcenter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mein Name ist Stefan Liebich und ich bin Vizefraktionsvorsitzender der LINKEN hier in Berlin.

Ich überbringe Euch die solidarischen Grüße unserer Fraktion im Abgeordnetenhaus und der ganzen Linkspartei.Berlin.

Auf unserem Landesparteitag vor 14 Tagen haben wir dies einstimmig beschlossen. In unserem Entschließungsantrag heisst es u.a.:

"Mit dem geplanten Call-Center-Kahlschlag zeigt die Deutsche Telekom AG erneut, dass die berechtigten Interessen der Beschäftigten nicht zählen und einseitig die Gewinninteressen der Aktionäre bedient werden sollen.

Offensichtlich soll durch die von der Konzernleitung geplanten Maßnahmen eine große Zahl der zum Teil schon lange Beschäftigten aus dem Unternehmen herausgedrängt werden, um dann Neueinstellungen zu erheblich schlechteren Arbeits- und Einkommensbedingungen vornehmen zu können.

Es besteht zudem die Gefahr, dass auch bis zu 300 Ausbildungsplätze in der Region wegfallen können. Mit dieser Maßnahme wird Berlin als der zweitgrößte Ausbildungsstandort der Telekom massiv bedroht.

Unsere Partei unterstützt die betroffenen Beschäftigten der Telekom und ver.di bei ihren Aktivitäten zum Erhalt der Arbeitsplätze in Berlin."

Der Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, unser Genosse Harald Wolf hat sich ebenso wie der Regierende Bürgermeister bereits an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG, Rene Obermann und die Mitglieder des Aufsichtsrates gewandt, um sich dafür einzusetzen, dass die geplanten Standortschließungen in Berlin nicht realisiert werden.

Bisher erfolglos und echte Druckmittel haben wir auch nicht in der Hand.

Zwar sind einige Gebäude der Telekom in Berlin, mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Aufbau Ost und damit mit Steuermitteln gefördert worden und die drohen künftig leer zu stehen, weil die Telekom lieber in Frankfurt/Oder Flächen anmietet.

Aber- das Unternehmen ist privatisiert und die Fünf-Jahresfrist, die 1999 bei der Gewährung von Fördermitteln verabredet wurde, ist längst abgelaufen.

Nun bleibt unserem Wirtschaftssenator nur auf die weitere Nutzung der Gebäude durch die Telekom zu pochen, was er auch zugesagt hat um dem Unternehmen des Rückzug schwer und teuer zu machen, das sagt aber nichts über die Art und Weise der Nutzung aus.

Mein Fazit: Die häufig als positives Beispiel gefeierte Liberalisierung und Privatisierung der grauen Post zur Telekom brachte zwar niedrigere Telefongebühren, aber die haben auch ihren Preis. Die Zahl der Beschäftigten bei der Telekom wurde mehr als halbiert. Wogegen wir heute protestieren, ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Nehmen wir diese Entwicklungen nicht widerstandslos hin:

Und fordern wir gemeinsam, nicht nur für die Beschäftigten der Callcenter, dass der gesetzliche Mindestlohn, den eine Mehrheit des Bundestages will, endlich Realität wird.

Denn Würde hat ihren Wert - Arbeit hat ihren Preis!