Wahlparty in der Kulturbrauerei
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Foto: Sandra Brunner
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:-)
Foto: Sandra Brunner
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Äh ... nie?
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Wolf und Liebich vor ein paar Jahren
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Wahlkämpferin in Buch
Foto: Reinhard Fetzer
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Aus Berlin berichtet HELMAR DUMBS (Die Presse)
Das Terrain ist, nun ja, suboptimal: Hier die Fußgängerzone, wo am „Linke“-Stand die unvermeidlichen Luftballons aufgeblasen und im wahrsten Sinne des Wortes Wahlzuckerl verteilt werden (der aufgedruckte Slogan „Frische Ideen und langer Atem“ ist gar nicht unoriginell), dort die Bühne, auf der eine Combo gegen den Lärm antritt – denn dazwischen liegt eine Straße. Geduldig hört sich Stefan Liebich, Kandidat im Wahlkreis Pankow, hier am grünen Rand der Hauptstadt die Anliegen der Passanten an. „Wir kümmern uns darum“, sagt er gerne. In Berlin kann er sich auch kümmern, denn die Linke darf hier SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit seit 2001 beim Regieren helfen. Geht es nach Liebich, sollte das bald auch bundesweit so sein: „Wegducken ist Mist“, reklamiert er für seine Partei einen Platz auf der Regierungsbank. In seiner Partei gibt es da aber kräftigen Gegenwind: „Einige bei uns sind froh, wenn sie nicht regieren müssen“, sagt er im Gespräch mit der „Presse“, „aber das sind linksradikale Splittergruppen.“ Die vor zwei Jahren gegründete Linkspartei, als Cuvée der SED-Nachfolgerin PDS mit SPD-enttäuschten Westdeutschen aus dem Gewerkschaftsmilieu, durchlebt gerade eine Art politische Pubertät: Fundis gegen Realos, wie einst bei den Grünen. Die größten Probleme bereiten dabei nicht Parteimitglieder mit Stasi-Vergangenheit, sondern Radikale aus dem Westen, die nicht im System reüssieren wollen, sondern den „Systemwechsel“ fordern. Da ruft einer zu sozialen Unruhen auf, ein anderer lässt sich gleich mit Stalin-Bild fotografieren, wieder andere zeigen Verständnis für Terrorgruppen und fordern den Boykott israelischer Waren. Stefan Liebich sieht sie als „kleine Minderheit“, Linke-Doyen Gregor Gysi beziffert den Anteil der „Irren“, wie er sie nennt, aber mit zehn Prozent. Für sie ist Ulrich Maurer zuständig. Offiziell ist er der Beauftragte für den Parteiaufbau West, sein Job ist eine Mischung aus Gruppentherapeut und Troubleshooter. Trotz dieser Bemühungen sind die radikalen Strömungen in der Partei im Aufwind, Kommunisten wie Sahra Wagenknecht auf sicheren Plätzen ihrer Landeslisten gesetzt. Die Gruppe jener, die gegen eine Regierungsbeteiligung sind, wird also stärker. Schwächer wird nach Meinung des Parade-Realos Liebich dafür bald jener Teil der SPD werden, der eine Koalition mit der Linken im Bund ausschließt: „Nach der Wahl wird die SPD diese Diskussion führen müssen, denn es wird ihre einzige Chance sein, wieder an die Macht zu kommen.“
Aus Die Presse (Österreich)
Bei einer Anti-Hartz-IV-Demonstration im Jahr 2004
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