Stefan Liebich, DIE LINKE
24.03.2004 | Ich über mich

Mein Leben ...

... füllt zwar noch kein Buch, aber nachfolgend können Sie dennoch einiges erfahren.

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Geboren wurde ich kurz vor dem Jahreswechsel 1972/1973 in der schönen Hansestadt Wismar an der Ostsee. Ich erlebte meine Kindheit vor allem in Greifswald. Als ich Zehn war, zog meine Familie nach Berlin. Dort wuchs ich an der östlichen Stadtgrenze, in Marzahn, auf. Ein Bezirk, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe. Meine Schulzeit endete 1991 mit dem Abitur an der Erweiterten Oberschule "Albert Einstein".

An meinem 18. Geburtstag wurde ich Mitglied der PDS. Wieso jemand in diesem Alter und zu dieser Zeit (die SED/PDS verlor im Dezember 1990 eher Mitglieder) den »Exkommunisten« beigetreten ist?

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Nun, mein Lebensweg verlief bis dahin in den für die DDR typischen so genannten geordneten Bahnen. Ich lernte vorrangig die Schokoladenseite des real existierenden Sozialismus kennen. Da ich fest davon überzeugt war, im besseren der beiden deutschen Staaten zu leben, engagierte ich mich auch. Ich war gern Pionier und FDJler, übernahm bereitwillig Funktionen und hatte "natürlich" vor, mit 18 Jahren in die SED einzutreten. Und als ich im Alter von 13 Jahren von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit befragt wurde, ob ich bereit wäre, später dort hauptamtlich zu arbeiten, sagte ich auch nicht nein. Mit dem Wissen von heute bin ich darauf nicht stolz und frage mich manchmal, wie es gekommen wäre, wenn nicht... 

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Als im Herbst 1989 das Land mit all seinen Strukturen zusammenbrach und auch FDJ-Funktionäre wie ich abgewählt wurden, haderte ich ein paar Wochen mit mir. Aber bereits nach kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich mich nicht raushalten wollte. Und so beteiligte ich mich an der Gründung des Marxistischen Jugendverbands »Junge Linke« und, da mir das nicht reichte, trieb ich mich im Umfeld der PDS herum. Ich war wenig glücklich mit den Basisorganisationen älterer, trauriger Genossen und fand so innerhalb der Arbeitsgemeinschaft »Junge GenossInnen« meine politische Heimat.

Ich studierte 1992 bis 1995 an der Technischen Fachhochschule Berlin (Wedding) Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik und arbeitet parallel dazu bei der IBM Deutschland GmbH. Nach Abschluss meines Studiums als Diplom-Betriebswirt (FH) wurde mir ein Arbeitsvertrag angeboten, aber es kam wieder anders ...

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Stefan Liebich sammelt Spenden.
Im Herbst des Jahres 1995 wurde ich in einem Marzahner Wahlkreis, der das Siedlungsgebiet Biesdorf (bisher eine CDU-Hochburg) und dessen angrenzende Neubaugebiete umfasste, in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Der Zuschnitt des Wahlkreises änderte sich, aber ich konnte ihn bei den Wahlen 1999 und 2001 verteidigen. Am 17. September 2006 kandidierte ich in Berlin-Pankow, wo ich inzwischen auch im Bezirksverband Pankow unserer Partei organsiert war, über die Landesliste unserer Partei, erneut in das Abgeordnetenhaus gewählt.

Im Abgeordnetenhaus  arbeitete ich im Ausschuss für Jugend, im Hauptausschuss, das ist der  Finanzausschuss des Berliner Parlaments, im Wissenschafts-, im  Wirtschafts-, Technologie- und Frauenausschuss, im Haushaltskontrollausschuss, sowie in der Enquetekommission "Eine Zukunft für  Berlin". Ich war wirtschafts-, wissenschafts- und finanzpolitischer Sprecher unserer Fraktion.

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Durch  den überraschenden Rücktritt Gregor Gysis als Wirtschaftssenator  übernahm ich mit Unterstützung des Landesvorstandes und der Fraktion am  3. September 2002 den Vorsitz der PDS-Fraktion im Berliner  Abgeordnetenhaus. Am 23. März 2004 wurde ich als Fraktionsvorsitzender  wiedergewählt. Im Juni 2006 entschied ich mich, in der 16.  Legislaturperiode nicht erneut als Fraktionsvorsitzender zu kandidieren  und machte diese Entscheidung nach dem Beschluß des Landesparteitags  erneut über eine Koalition mit der SPD zu verhandeln, öffentlich.  Am 18. Oktober 2006 wurde ich zum stellvertretenden  Fraktionsvorsitzenden gewählt und habe bis Mai 2009 in dieser Funktion unsere  Fraktionsvorsitzende Carola Bluhm in ihrer Arbeit unterstützt.

Im Dezember 1996 wurde ich zum Bezirksvorsitzenden der Marzahner PDS  gewählt und nach zwei Jahren 1998 im Amt bestätigt. Im Dezember 1999  wählte mich der Landesparteitag der PDS Berlin zum stellvertretenden  Landesvorsitzenden der PDS Berlin und im Dezember 2001 zum  Landesvorsitzenden. In dieser Funktion habe ich die  Koalitionsverhandlungen mit der SPD geführt und konnte am 16. Januar  2002 den Koalitionsvertrag unterzeichnen. Nach zwei Jahren  Regierungsbeteiligung - mit vielen Debatten in der Partei - bin ich im  Dezember 2003 erneut für zwei Jahre zum Landesvorsitzenden gewählt  worden.

In meiner Partei war ich bis 2010 gemeinsam mit Caren Lay und Inga Nitz Bundessprecher des Forums demokratischer Sozialismus. Seit dem 1. Mai 1996 bin ich Mitglied der DGB-Gewerkschaft ver.di. Ich unterstütze durch meine Mitglied- bzw. Fördermitgliedschaft die Volkssolidarität, den ADFC, den Solidaritätsdienst International SODI, die Helle Panke - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoologischem Garten Berlin sowie als Stiftungsrat die Mauerpark Stiftung Welt-BürgerPark.

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Im Jahr 2002 kandidierte ich in Berlin Mitte (-Wedding-Tiergarten) und im Jahr 2005 und 2009 in Pankow (-Prenzl. Berg-Weißensee) für den Deutschen Bundestag. Die Wählerinnen und Wähler des Wahlkreises Pankow entsandten mich 2009 als ihren direkt gewählten Abgeordneten in den Bundestag, dessen Mitglied ich seit der Konstituierung am 27. Oktober 2009 bin. Die Fraktion DIE LINKE beschloss einen Tag darauf, dass ich einer ihrer Vertreter im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten sein soll.