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Anna-Lena Orlowski

Reise an den Nil (Teil II)

Gespräche mit der ägyptischen Zivilgesellschaft

Junge Frauen berichten über ihr Projekt "Raise your Voice"

Die Reise nach Kairo nutzte Stefan Liebich nicht nur für Gespräche mit offiziellen Vertretern der ägyptischen Regierung. Um ein genaues Bild der Lage in Ägypten zu erhalten, traf er sich ebenfalls mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft.

Mamdou Habashi kann die Entwicklungen in Ägypten wie kaum ein anderer analysieren.

So besuchte er unter anderem die neu eröffnete Dependance des Goethe-Instituts, der größten im Nahen Osten. Außerdem sprach er mit jungen Frauen des Projektes „Raise your Voice“ über die Lage der Frauen in Ägypten und über ihre Arbeit an einem Film über die erste ägyptische Tabla-Spielerin. Soraya Baghat, Begründerin der „Tahrir-Bodyguards“, berichtete in einem weiteren Gespräch von den Erfahrungen der Frauen während des Arabischen Frühlings und über die Schwierigkeiten, die stark verbreitete sexuelle Belästigung von Frauen im ägyptischen Alltag zu bekämpfen. Ein Besuch in der CIC-Galerie und ein Gespräch mit der Kuratorin der Ausstellung „Evasive-Routes“ brachten Einblicke in Vertreibung und Flucht in Ägypten und im Gaza Streifen.

Im Resümee bleibt festzuhalten, dass die Reise trotz interessanter und vielfältiger Gesprächspartnerinnen und -partner kein allzu positives Bild von der Lage in Ägypten bot. Armut, Bevölkerungswachstum, die autoritäre Politik der ägyptischen Militärregierung deren Gesetze künftig auch die Arbeit von NGOs, Medien, Gewerkschaften und Parteien einschränken sollen, lassen wenig Zuversicht zu.