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Hartmut Seefeld

Auf dem richtigen Platz

FAZ-Diskussion zur deutschen Sicherheitspolitik

Mitten im Geschehen.

Die Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik, Dr. Sylke Tempel, war einem Späßchen nicht abgeneigt. „Frau Brugger dicht bei Herrn Brandl, das kann eine interessante Debatte werden“, kommentierte sie als Moderatorin lakonisch die Platzierung der Obfrau der Grünen im Verteidigungsausschuss des Bundestags neben ihrem Abgeordnetenkollegen von der Union auf dem Podium im gut gefüllten Atrium der Dependance der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Berlin.

Stefan findet bei Kollegen/Kollegin von Union und Grünen große Aufmerksamkeit.

Die FAZ hatte am Dienstag zur „young leaders conference“ unter der Überschrift „Die deutsche Sicherheitspolitik in der öffentlichen Diskussion“ eingeladen und auf dem nachmittäglichen Podium fanden sich neben den genannten Akteuren auch der Wehrbeauftragte des Bundestags Hans-Peter Bartels und Stefan Liebich als Obmann der Linksfraktion im Auswärtigen Ausschuss ein. Knapp 90 Minuten diskutierte man über deutsche Souveränität, europäische Interessen und internationale Verantwortung. Die Frontverläufe erfüllten weitgehend die Erwartungen, und während der Wehrbeauftragte Visionen von einer gesamteuropäischen Armee offenbarte, die „zu allem was vorstellbar ist, eingesetzt werden kann“, knüpfte Stefan für solcher Art Utopien ein eher undurchdringliches Bedingungsgeflecht: „Eine europäische Armee, so sie denn tatsächlich kommen sollte, muss wie in Deutschland unter Parlamentsvorbehalt gestellt werden und sie darf nicht zusätzlich zu nationalen Armeen formiert werden, sondern hat diese zu ersetzen.“ Dafür erntete er ein Raunen im Saal – immerhin das einzige an dem Nachmittag.

Eine Studentin aus Amsterdam hat explizit an Stefan eine Frage.

Und auch Agnieszka Brugger gelang es im Laufe der Debatte, ihren Platz klar zu benennen. „Ich bin da ganz bei Stefan Liebich“, ließ sie das wenig überraschte Auditorium schon bald nach Beginn der Diskussion wissen – und meinte das nicht so sehr platztechnisch, sondern rein inhaltlich.