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Gabi Kuttner

Kampf um die vierte Reihe

Professor Frank Fuchs-Kittowski und seine Studiengruppen „Betriebliche Umwelt“ der HTW besuchten uns nicht zum ersten Mal im Bundestag. Beim Besuch am vergangenen Freitag war es lustig zu erleben, wie sich 20 Erwachsene bemühten, sich nach „hinten“ zu verkrümeln, was in einem Raum mit vier Sitzreihen eben ziemlich komisch wirkte. Diese Schulneurose wird man offenbar nie los. Bei dem folgenden Gespräch war dann von Schüchternheit nichts mehr zu spüren.

Zuvor hatten unsere Gäste die Plenumsdebatte „Gleicher Lohn für Frauen“ von der Besuchertribüne aus verfolgen können und waren enttäuscht, wie mäßig der Plenarsaal gefüllt war. Stefan relativierte dann im Gespräch den schlechten Eindruck etwas, denn abgesehen davon, dass es natürlich auch unter den Abgeordneten schwarze Schafe gibt, ist es für viele sehr schwierig an den laufenden Debatten teilzunehmen, wenn gleichzeitig Ausschüsse oder Arbeitskreise tagen, wo auch eine Teilnahmepflicht besteht.

Fast bis zum letzten Platz gefüllt war zuvor der Plenarsaal während der Debatte und der Abstimmung zur Sterbebehilfe. Stefan erläuterte seinen Besuchern das Ergebnis und erklärte sein eigenes Abstimmungsverhalten. Natürlich wurde auch über das Recht auf Asyl, die Aufnahme und den Verbleib der Flüchtlinge gesprochen. Eine aus Tunesien stammende Studentin kritisierte die erschwerenden Aufnahmeverfahren in Deutschland für Studenten aus dem Ausland.

Es war dann eine erstaunlich engagierte Diskussion und vielleicht sitzen beim nächsten Mal auch alle im Versammlungsraum lieber ganz vorn. Wobei der Platz dort genauso eingeschränkt ist wie hinten.