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Stefan Liebich

Erstmals in Königsbronn

Zuhören ja, zustimmen (noch) nicht.

An diesem Wochenende war ich bei den Königsbronner Gesprächen des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Baden-Württemberg zu Gast und war nach Auskunft des Verbandes der erste Abgeordnete unserer Fraktion, der an dieser Diskussionsreihe teilnahm. Ich finde es gut und wichtig, dass unsere Partei inzwischen auch bei solchen Veranstaltungen nicht mehr ignoriert werden kann.

In der Debatte über den vernetzten Ansatz von zivilem und militärischem Engagement in der Krisenbewältigung versuchte ich den Fokus auf die globale Ebene zu richten indem ich darauf verwies, dass die Zeiten einer bi- oder unipolare Welt vorbei sind, und richtete das Hauptaugenmerk auf die Folgen: "Nach einem Militäreinsatz muss vor allem auch die 'responsibility to rebuild', die Verantwortung zum Wiederaufbau, im Mittelpunkt stehen.“ Mein Abschlussstatement war eindeutig: „Die beste Vernetzung wäre, wenn wir mit einer zivilen Außenpolitik so weit kommen, dass wir kein Militär mehr einsetzen müssen."

Geteilte Aufmerksamkeit.

Ich musste aber auch anerkennen, dass diese und andere Aussagen weder auf dem Podium, noch im Publikum mehrheitsfähig waren. Das betraf meine Aussage über die UNO: „Wenn wir die Vereinten Nationen ignorieren, schwächen wir sie“, genauso, wie meine These, dass Entwicklungsarbeit durch Militäreinsätze gefährdet wird und eben kein Mehr an Sicherheit leistet. Und auch meine Kritik, dass der NATO-Einsatz in Libyen nicht zu Verbesserung geführt hatte und stattdessen Gaddafis Waffen nun in ganz Afrika ihren mörderischen Einsatz leisten, hat nicht stante pedes zum politischen Schwenk geführt der Zuhörerinnen und Zuhörer geführt. Aber es gab nachdenkliche Gesichter und im Anschluss gute Gespräche.