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Gabi Kuttner

Was ist denn heut in der Stillen Straße los?

Das aktuelle Kulturprogramm

Was ist denn heut bei Findigs los? Als Kind wurde ich täglich von dieser Kindersendung des Berliner Rundfunks geweckt. Da konnte man klingeln wann man wollte, es war immer etwas los. Ein Erwachsenen-Déjà-vu erlebte ich am vergangenen Freitag. Findigs gehören heutzutage zu den Seniorinnen und Senioren, die die Stille Straße besetzen - und der rbb war auch schon da.

Während Doris Syrbe vom Klubvorstand und Stefan Liebich als Wahlkreisabgeordneter vom rbb interviewt wurden, informierte Unterstützerin Evi Lämmer den Geschäftsführer der Linksfraktion Pankow Matthias Zarbock und mich darüber, was nach der Abstellung des Telefons im Haus Anfang der Woche noch geschah. So ist z.B. die Resonanz zur Petition an die BVV Pankow und die Berliner SPD bisher recht erfolgreich und wird auch im Radio beworben. Schauspielerin Jasmin Tabatabai sowie die frühere Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner lesen aus ihren Büchern.

Überraschend wurde die letzte Beratung der Kiezrunde Niederschönhausen aufgenommen. Auch dort stand die Stille Straße auf der Tagesordnung. Die Gästeliste der Kiezrunde setzte sich zu 2/3 aus z.T. auch für die Stille Straße zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksamtes zusammen, die jedoch am Ort des Geschehens schon lange nicht mehr gesehen wurden. Sicher, dieser Tage ist die Aufgabe als Bezirksbürgermeister oder Stadtrat kein Zuckerschlecken. Aber gerade deswegen sind aktionistische Maßnahmen wie das Verschließen von Räumen und das Abstellen des Telefons menschlich unsensibel und politisch unklug. Richtig unsinnig ist jedoch der dort erhobene Vorwurf, die Unterstützung der Seniorinnen und Senioren durch Mitglieder der LINKEN sei verantwortungslos und würde Hoffnungen erwecken, die nicht erfüllbar sein.

Es sei daran erinnert, dass ein zur Lösung beitragender Antrag auf Umwidmung schon lange der Bezirksverordnetenversammlung vorliegt. Zeit verzögernd wurde er in den Ausschuss für Finanzen, Personal und Immobilien überwiesen, wo er erst nach der Sommerpause behandelt wird. Wer in dieser Situation solche Entscheidungen trifft, sollte mit Ablehnung rechnen, denn es ist viel los in der Stillen Straße.