Beitrag für: Basta Berlusconi!, Jungle World Nr. 46, 17. November 2011Silvio Berlusconi bestimmt seit 1994 mit kleineren und größeren Pausen die italienische Politik. Er prägt das Bild Italiens seit vielen Jahren wie kaum ein anderer – zum Schaden des Landes. Er küsste Gaddafi die Hand, als wäre dieser der Papst. Er pries das "Wunder von Astana" des "geschätzten Präsidenten" Nasarbajew, als andere Staatschefs die Menschenrechtsverletzungen in Kasachstan kritisierten. Seine Macht in den öffentlichen und privaten Medien trug zu einer nie dagewesenen Trivialisierung der politischen Debatte in Parlament und Öffentlichkeit bei, was auch nach seinem Abgang nur langfristig wieder zu beheben sein dürfte. Er schuf ein Klima, in dem sich die Politik über das Recht stellte, mafiöse Strukturen, rechte, populistische und sezessionistische Parteien hoffähig wurden. Natürlich wirft es Fragen auf, dass nunmehr Rating-Agenturen das geschafft haben, woran die gesamte italienische Opposition jahrelang gescheitert ist. Trotzdem, Italiens Linke, die demokratische Öffentlichkeit, Intellektuelle und Künstler dürfen aufatmen: Endlich!