Beim Bundesparteitag der LINKEN in Erfurt konnten wir mit der Beschlussfassung über unser
Grundsatzprogramm
eine weitere Etappe bei der Herausbildung einer gemeinsamen Identität
und der Schärfung unseres Profils nehmen. Die Zustimmung von fast 97
Prozent der Delegierten machte deutlich, dass es dem Parteivorstand und
vor allem der Redaktionskommission, besonders aber Matthias Höhn und
Sahra Wagenknecht gelungen ist, einen Kompromiss zur Abstimmung
vorzulegen, der die Breite der Partei hinter sich versammeln konnte.
Auch ich habe sehr gern mit JA gestimmt, weil es gelungen ist, den von Oskar Lafontaine und Lothar Bisky vorgelegten
Entwurf
an vielen wichtigen Stellen zu verbessern. So ist nunmehr das
Existenzrecht Israels und eines lebensfähigen palästinensischen Staates,
der Bruch mit dem Stalinismus als System, das letzte Wort von
Landesparteitagen bei Beschlüssen über Regierungsbeteiligungen auf
Landesebene, ein positiver Bezug auf die UNO u.v.a.m. im Parteiprogramm
verankert worden.
Dass es auch Punkte gibt, z.B. bei der
Konkretisierung unserer Friedenspolitik, bei denen ich mir andere
Formulierungen gewünscht hätte, ist kein Geheimnis. Gleichwohl habe ich
für den gefundenen Kompromiss geworben, da er große Mehrheiten hinter
sich vereinen konnte. Die über viele Monate intensiv geführte Debatte
hat sich also gelohnt. Nun wird es darauf ankommen, dass wir unsere
grundsätzlichen Positionen in Politik im "Hier und Heute" verwandeln und
für Mehrheiten in der Gesellschaft und den Parlamenten streiten.